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WARUM EDV UND MENSCH OFTMALS NICHT ZUSAMMENPASSEN

FEHLERQULLE MENSCH

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Dank modernster Technik, effektiven Verschlüsselungsmethoden und durchdachten Berichtigungskonzepten stehen sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen eine Vielzahl an Möglichkeiten bereit, die eigene Systemlandschaft sicher zu gestalten. Doch was nützt ein bestens geschütztes System, wenn der Bediener die Sicherheitslücke ist?

Deutschlandweit ist der größte Feind der Arbeitnehmer und oftmals auch der Unternehmer die EDV. Ein jeder Systemadministrator kennt folgendes Problem: Das Telefon klingt und ein aufgebrachter Angestellter des Unternehmens teilt dem Administrator mit, dass sein Computer kaputt sei. Was für dem Administrator der Alltag ist, ist für den betroffenen Angestellten oftmals ein riesiges Problem. In 95% der Fälle handelt es sich bei diesen Anrufen um triviale Probleme mit einer einfachen Lösung: Die Putzfrau hat beim Putzen versehentlich das Kabel des Monitors herausgezogen, die Batterien der Maus sind leer oder der Nutzer hat die Zugangsdaten vergessen, die er bereits seit mehreren Jahren täglich eingibt. Auch bei der Nutzung von Software sitzt zu 95% das Problem vor dem Bildschirm. Deutschland ist ein Land der "EDV-Legastheniker", die kleinsten EDV-Probleme fühlen sich für viele Deutsche wie unlösbare Aufgaben an. Doch an welchem Punkt wird der unbeholfene Arbeitnehmer oder Unternehmer zu einem ernsthaften Sicherheitsrisiko? Ein gewiefter Leser könnte nun auf die Idee kommen und behaupten: Hier gibt es doch gar kein Problem, die Angestellten fragen doch ohnehin bei jeder Kleinigkeit nach. Diese Annahme liegt zwar auf der Hand, lässt sich jedoch leider nicht auf das Thema Sicherheit übertragen. Eine Nachfrage beim Administrator setzt voraus, dass der Nutzer überhaupt ein Problem erkennt. Genau an dieser Stelle entsteht das eigentliche Sicherheitsrisiko.

Ein Mitarbeiter hat keinen Zugriff auf das Projekt das er bearbeiten soll und der EDV-Administrator ist wiedermal schwer zu erreichen. Gut, dass der Arbeitskollege im Büro nebenan eine Berechtigung hat. Ein Austausch der Logindaten schafft das Problem kurzer Hand aus der Welt. Der Chef ist glücklich, da es zu keiner Verzögerung in diesem Projekt kam.

Ein neuer Mitarbeiter fängt an, leider wurde jedoch versäumt der EDV mitzuteilen dass für diesen noch ein Login angelegt werden muss. Auch in diesem Fall hilft der Login eines Kollegen.

Auf dem Flur liegt ein USB-Stick mit der Aufschrift "Fotos Italien", bis zur Mittagspause lässt sich die Neugier noch bezwingen, doch spätestens dann landet der Stick in den nächsten freien PC. Der Chef war ja schließlich noch vor zwei Wochen im Italienurlaub. Dieser Stick könnte exklusive Einblicke liefern, was der Chef mit dem ganzen Geld macht, das der Angestellte täglich für ihn verdient.

Eine E-Mail mit dem Betreff "Bewerbung" landet in der Zentrale, gut dass sich endlich jemand auf die ausgeschriebene Stelle bewirbt. Der Bewerber hätte wenigstens ein paar Zeilen in der E-Mail schreiben können, aber vielleicht befinden sich in der angehängten Word-Datei weitere Informationen und unsere Suche hat endlich ein Ende.

All diese, gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen häufig vorkommenden Szenarien können zu einem existenzbedrohenden Schaden führen. Die Liste von potentiellen, durch Menschen verursachten Sicherheitsrisiken ist lang, Beispiele wie die obigen gibt es noch viele weitere. Doch wie schützte ich mich nun gegen den Risikofaktor Mensch? Die wohl effektivste Maßnahme ist die Sensibilisierung für potentielle Gefahrenquellen. Eine Sensibilisierung ist jedoch schwierig ohne ein gewisses Grundverständnis für die EDV. Leider setzen sich die meisten Deutschen erst mit dem Thema EDV auseinander, wenn sie es unbedingt müssen. In den meisten Fällen reicht es aber bereits aus, den eigenen Kopf zu benutzen und sich nicht ausschließlich auf andere zu verlassen. Ein Blick hinter die EDV-Kulisse lohnt sich nicht nur für eingefleischte Technikfans, denn er erleichtert das Leben jedes Menschen ungemein. Ein Verständnis für EDV erleichtert außerdem den Aufstieg im Job oder die Bewerbung auf besser bezahlte Stellen.

Eines steht fest, solange sich sowohl Unternehmer, als auch Arbeitnehmer nicht mehr mit dem Thema EDV auseinander setzen, steigt die Anzahl der Sicherheitsmaßnahmen  die menschliche Fehler unterbinden. Dies hat dann z.B. die Sperrung sämtlicher USB-Ports, die Sperrung des Internetbrowsers oder die Sperrung individueller E-Mail-Adressen zur Folge. Diese und noch viele weitere Maßnahmen schränken sowohl Unternehmer als auch Arbeitnehmer massiv in ihrer Arbeit ein. Im schlimmsten Fall verliert der Arbeitnehmer sogar seinen Job, weil eine automatisierte Verarbeitung eben nicht anfällig ist für menschliche Fehler.

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