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DIE IRRATIONALITÄT ZWISCHEN MENSCH UND DATENSCHUTZ

DAS DATENSCHUTZPARADOXON

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Online shoppen, kommunizieren über soziale Medien, das Nutzen von diversen Portalen oder Payback-Karten ... Bei all diesen Aktivitäten geben viele Menschen bereitwillig eine Vielzahl von persönlichen Daten preis. Im Gegenzug beschweren sich oftmals eben genau diese Nutzer über fehlenden Datenschutz. In Deutschland gibt es nach aktuellen Schätzungen rund 40 Millionen Nutzer, die wöchentlich oder gar täglich den Messaging-Dienst Whatsapp benutzen. Der Dienst von Whatsapp ist kostenlos, kaum jemand stellt sich jedoch die Frage wie Dienste wie Whatsapp sich finanzieren. Bereits Saturn hat vor einigen Jahren mit dem Werbeslogan "Geiz ist Geil" eine vermeintliche Tatsache beschrieben, in der sich viele Menschen wiederfanden. Warum für eine Leistung Geld bezahlen, wenn sie diese auch kostenlos in Anspruch nehmen können?

Es stell sich die Frage, ist kostenlos denn auch wirklich kostenlos? In monetärer Hinsicht mag dies stimmen, aber der Nutzer zahlt das Produkt indirekt, durch Preisgabe seiner persönlichen Daten. Das Unternehmen Facebook hat im Geschäftsjahr 2017 einen Gewinn von rund 16 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Der Großteil aller Facebooknutzer hat jedoch noch nie nur einen einzigen Cent für Facebook ausgegeben. Wie schafft es Facebook also einen derart hohen Gewinn zu erwirtschaften? Die Antwort ist einfach: Durch massives Erheben von Nutzerdaten!

War ein Datenskandal, wie der um Cambridge Analytica, daher nicht absehbar? Natürlich musste es früher oder später zu einem derartigen Skandal kommen! Ein Aufschrei ging in Folge dessen durch die Gesellschaft und viele Nutzer meldeten sich bei Facebook ab. Viele der bestürzten Facebooknutzer haben wahrscheinlich bereits während des Abmeldevorgangs ihren Freunden per Whatsapp mitgeteilt, dass sie von nun an nicht mehr im Facebook zu erreichen sind. Dieses Verhalten ist offenkundig irrational, dennoch völlig normal und weit verbreitet.

Jedem Nutzer von Onlineplattformen sollte klar sein, dass er sich bereits vor der Nutzung einer Plattform, Gedanken machen sollte, was ihm seine Privatsphäre wert ist. Letztendlich läuft auch dieser Gedankengang auf eine Kosten-Nutzen-Abwägung hinaus. Welcher Nutzer kann jedoch objektiv beurteilen, wie groß der Eingriff in seine Privatsphäre tatsächlich ist?

Ob die DSGVO in dieser paradoxen Situation Abhilfe schaffen kann, bleibt abzuwarten. Solange sich ein Nutzer nicht über den Umfang der Datenerhebung im Klaren ist, wird auch die DSGVO keine Veränderung bringen. Für diese Informationen müsste der Nutzer die Datenschutzhinweise und das Kleingedruckte unter den Formularen lesen. Aber wir alle wissen, das macht kaum einer.

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Verstanden